Regenerative Therapien sind biologische Verfahren, die die körpereigene Heilungsfähigkeit nutzen, um die Reparatur geschädigten Gewebes zu unterstützen. In der Orthopädie kommen sie vor allem bei Arthrose im Früh- und mittleren Stadium, bei Knorpelschäden und bei chronischen Sehnenproblemen zum Einsatz — mit dem Ziel, eine Prothesenoperation hinauszuzögern oder zu vermeiden.
Die wichtigsten regenerativen Verfahren
PRP (plättchenreiches Plasma)
Dabei wird aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnenes, an Wachstumsfaktoren reiches Plasma in das betroffene Gelenk oder die betroffene Sehne injiziert. Aufgrund seiner heilungsanregenden Wirkung wird es besonders bei Arthrose im Frühstadium und bei chronischen Sehnenproblemen bevorzugt eingesetzt.
Stammzellenanwendungen
Hierbei werden stammzellhaltige Konzentrate aus Knochenmark oder Fettgewebe in das geschädigte Gelenk eingebracht. Über die von ihnen abgegebenen Signalmoleküle dämpfen die Stammzellen die Entzündung und unterstützen die Gewebereparatur. Die Anwendung erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung im Rahmen eines kurzen Eingriffs.
Weitere Injektionen in das Gelenk
Anwendungen wie Hyaluronsäure (Ergänzung der Gelenkflüssigkeit) und Ozon tragen zur Kontrolle der Beschwerden bei, indem sie die Gleitfähigkeit des Gelenks verbessern und die Entzündung verringern. Welches Verfahren geeignet ist, richtet sich nach dem Krankheitsstadium und den Erwartungen des Patienten.
Für wen kommen diese Therapien infrage?
- Patienten mit Kniearthrose im Früh- oder mittleren Stadium
- Patienten, für die eine Prothesenoperation noch zu früh ist oder die den Eingriff aufschieben möchten
- Aktive Menschen mit begrenzten Knorpelschäden
- Patienten mit chronischen Sehnenproblemen (Tennisellenbogen, Achillessehnenentzündung), die auf die klassische Behandlung nicht ansprechen
Realistische Erwartungen sind wichtig
Bei fortgeschrittener Arthrose, bei der Knochen auf Knochen reibt, können regenerative Therapien den verlorenen Knorpel nicht wiederherstellen. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern, die Funktion zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Deshalb sind eine gründliche Untersuchung und eine ehrliche Aufklärung vor der Anwendung der wichtigste Schritt der Behandlung.
“Der richtige Patient, das richtige Stadium, das richtige Verfahren — das sind die drei Schlüssel zum Erfolg in der regenerativen Therapie.”
Der Verlauf nach der Anwendung
Nach der Injektion sollte einige Tage auf schwere körperliche Aktivitäten verzichtet werden. Die Wirkung setzt in der Regel schrittweise innerhalb von Wochen ein. Die besten Ergebnisse werden meist erzielt, wenn die Behandlung mit einem individuellen Übungsprogramm und einem Gewichtsmanagement kombiniert wird.
Häufig gestellte Fragen
Heilt die Stammzellentherapie die Arthrose vollständig?
Was ist der Unterschied zwischen PRP und Stammzellentherapie?
Ist die Anwendung schmerzhaft, und wie lange dauert die Erholung?
Ersetzen diese Therapien eine Prothesenoperation?
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Aufklärung; sie ersetzen keine Untersuchung und Diagnose. Behandlungsentscheidungen können nur nach ärztlicher Beurteilung getroffen werden.
